BRICS

ISSR articles

BRICS

ISSR articles

The International Social Security Review is the leading international journal on social security, and ISSA members have free online access. Below is a selection of articles relevant to the BRICS countries.

 

Sozialrenten und politisches Lernen am Fallbeispiel des südlichen Afrikas

Autoren:
Bernard H. Casey
Roddy McKinnon

Nummer:
Band 62 (2009), Nummer 4

Link zum vollständigen Artikel:
https://doi.org/10.1111/j.1468-246X.2009.01347.x

Im letzten Jahrzehnt und insbesondere seit der Veröffentlichung der Jahrtausend‐Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Millennium Development Goals), stoßen die Sozialrenten auf das Interesse der an der Wohlfahrt älterer Menschen Interessierten in großen Teilen der Welt, in denen formale, beitragsgestützte Altersrentensysteme nur eine Bevölkerungsminderheit abdecken. Die internationalen Organisationen richten ihr Augenmerk auf diese Systeme, und einige davon weisen ihnen eine wichtige Rolle zu. Allerdings sind Informationen über ihre Beschaffenheit und Funktionsweise sowie ihre Effizienz bezüglich ihrer Zielsetzungen immer noch beschränkt. Es fand hier nicht nur in den internationalen Organisationen ein Lernprozess statt, sondern auch in der Region, in der sie eine besondere Stellung einnehmen — im südlichen Afrika. Dieser Lernprozess sollte gefördert werden und die Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit sollte hier eine Rolle spielen.

Themen:
Alter - Renten
Sozialpolitik und -programme
Stichworte:
Reform der sozialen Sicherheit
Finanzierung der sozialen Sicherheit
Verwaltung der sozialen Sicherheit
Armut
Regionen:
Entwicklungsländer

Wirtschaftliche Sicherheitsvorkehrungen im Kontext der alternden Bevölkerung in Indien

Autoren:
David E. Bloom
Ajay Mahal
Larry Rosenberg
Jaypee Sevilla

Nummer:
Band 63 (2010), Nummer 3-4

Link zum vollständigen Artikel:
https://doi.org/10.1111/j.1468-246X.2010.01370.x

Die rasche Alterung von Indiens Bevölkerung in Verbindung mit der Abwanderung aus ländlichen Gebieten und der anhaltenden Konzentration der Erwerbsbevölkerung im informellen Sektor hat die Notwendigkeit besserer Vorkehrungen zur wirtschaftlichen Absicherung älterer Menschen unterstrichen. Traditionelle Familienbindungen, die bisher wesentlich waren für die Gewährleistung eines Minimums an Sicherheit, beginnen sich aufzulösen, und die höhere Lebenserwartung verteuert die Betreuung der Alten. Daher sind ältere Menschen einem höheren Risiko der Armut oder Verarmung ausgesetzt. Parallel zu ihren Bemühungen in diesem Bereich haben die Regierung von Indien und einige indische Bundesstaaten eine Reihe von Programmen gestartet, die der großen Mehrheit der Inder, die sonst keinen ausreichenden Zugang hätten, einen gewissen Zutritt zur Gesundheitsversorgung oder Krankenversicherung gewährleisten sollen. Arbeitnehmer im formellen Sektor haben mehr soziale Sicherheit als Personen im informellen Sektor, aber sie machen nur einen kleinen Anteil der Gesamtarbeitnehmerschaft aus. Frauen sind wirtschaftlich ganz besonders starker Unsicherheit ausgesetzt. Indiens Erfahrung bietet Interessantes für andere Länder. Obwohl es im Bereich der sozialen Sicherheit Raum für Privatinitiativen gibt, ist klar, dass die meisten dieser Bemühungen über Steuern finanziert werden müssen. Die Rolle, die private Anbieter spielen können, ist erheblich, selbst wenn ein Großteil der Finanzierung aus staatlichen Quellen kommt; die damit einhergehenden Herausforderungen werden gar noch steigen, da mehr Personen Leistungen in Anspruch nehmen wollen. Indien hat auch gezeigt, dass die Umsetzung gut mit Mitteln von der Zentralregierung auf einzelstaatlicher Ebene erfolgen kann; mit einer Reihe von Vor‐ und Nachteilen, die eine solche Dezentralisierung mit sich bringt. Schließlich kann Indiens Erfahrung, was die Umsetzung angeht, Orientierung in Fragen wie Erfassung der Zielgruppen, Einsatz von Informationstechnologie in Systemen der sozialen Sicherheit und Verwaltung von Humanressourcen bieten.

Themen:
Alter - Renten
Deckungsausweitung
Stichworte:
Altersrisiko
Altersruhegeld
medizinische Versorgung
Verwaltung der sozialen Sicherheit
demografischer Aspekt
Länder:
Indien

Die Russische Föderation im Zeichen der demografischen Krise: Alterung und Maßnahmen zur sozialen Sicherheit

Autoren:
Nicholas Eberstadt
Hans Groth

Nummer:
Band 63 (2010), Nummer 3-4

Link zum vollständigen Artikel:
https://doi.org/10.1111/j.1468-246X.2010.01369.x

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der demografischen Krise in der Russischen Föderation und ihren Auswirkungen auf die Kapazitäten der russischen Regierung (bzw. der russischen Bevölkerung und deren Eigenanstrengungen in dieser Beziehung), ausreichende Mittel für eine angemessene wirtschaftliche Absicherung im Alter bereitzustellen. Obwohl die Gesamtstruktur der russischen Bevölkerung heute und in den kommenden Jahrzehnten jener anderer relativ weit entwickelter Gesellschaften entspricht, sind die Probleme der Versorgung einer alternden Bevölkerung in Russland erheblich schärfer, als dies in den Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) typischerweise der Fall ist. Ein Faktor, der diese Probleme erheblich vergrößert, ist der Umstand, dass Russen im erwerbsfähigen Alter heute einen deutlich schlechteren Gesundheitszustand und höhere Mortalitätsraten aufweisen als die Einwohner von Ländern mit einem ähnlichen — und sogar solchen mit einem erheblich niedrigeren — Einkommensniveau. Obwohl unsere Ausführungen sich auf die Renten konzentrieren, werden die gleichen Faktoren, die eine angemessene Rentenversorgung erschweren, auch andere Zweige des Sozialschutzes beeinträchtigen. Eine erfolgreiche Politik im Bereich der sozialen Sicherheit in Russland hängt daher nicht allein von den Sozialsystemen ab: Sie erfordert eine Senkung der Mortalitätsraten bei Menschen im arbeitsfähigen Alter, eine Revitalisierung des höheren Erziehungssystems sowie grundlegende Reformen der Institutionen des Landes und der Wirtschaftspolitik.

Themen:
Alter - Renten
Demografischer Wandel
Sozialpolitik und -programme
Stichworte:
demografischer Aspekt
Altersrisiko
Gesundheitszustand
Sozialpolitik
Länder:
Russische Föderation

Mikrorenten in Indien: Themen und Herausforderungen

Autoren:
Savita Shankar
Mukul G. Asher

Nummer:
Band 64 (2011), Nummer 2

Link zum vollständigen Artikel:
https://doi.org/10.1111/j.1468-246X.2011.01390.x


Dieser Artikel will eine Lücke in der Literatur zur sozialen Sicherheit in Indien schließen, indem er die Rolle von Mikrorenten untersucht. Die Analyse legt die Schlussfolgerung nahe, dass Mikrorentenprodukte — mit den Mikrofinanzinstitutionen (MFI) als wichtigste, aber nicht alleinige Träger — aufgrund der Heterogenität der Zielgruppe freiwillig sowie übertragbar sein sollten und dass sie Experimente zulassen, was ihre Gestaltung und die Leistungserbringung betrifft. Dementsprechend werden dezentralisierte Mikrorentensysteme auf der Grundlage eines geeigneten Regulierungsrahmens und entsprechend den Regeln für gute Verwaltungsführung als für den indischen Kontext geeigneter eingestuft als zentralisierte Systeme mit begrenzter Flexibilität. Der Artikel erörtert zwei Fallstudien von kürzlich eingerichteten Mikrorentensystemen in Indien und weist damit die Notwendigkeit gründlicher analytischer Forschung zum Mikrorentensektor nach, insbesondere in Bezug auf Auszahlungsoptionen und innovative Leistungserbringungsmechanismen. Wie die Schlussfolgerungen am Ende des Artikels zeigen, verfügen Mikrorenten über das Potenzial, eine der nützlichsten Komponenten des indischen Mehrsäulensystems der sozialen Sicherheit zu sein und dass sie daher gefördert werden sollten.

Themen:
Alter - Renten
Deckungsausweitung
Stichworte:
Rentensystem
Finanzierungsmethode
Beitragseinzug
Zahlung von Sozialleistungen
Länder:
Indien

Sozialschutz und Krankheitsprävention in Entwicklungsländern: Der gesundheitliche Nutzen von Renten‐ und Krankenversicherung

Autoren:
Peter Lloyd‐Sherlock
Nadia Minicuci
John Beard
Somnath Chatterji

Nummer:
Band 65 (2012), Nummer 4

Link zum vollständigen Artikel:
https://doi.org/10.1111/j.1468-246X.2012.01447.x

In diesem Artikel beurteilen wir die Wirksamkeit von Rentenbereitstellung und Krankenversicherung für die Krankheitsprävention bei älteren Menschen in Entwicklungsländern. Wir behaupten, dass in den Sozialschutzagenden bis vor kurzem der Prävention von Gesundheitsrisiken zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet und stattdessen das Schwergewicht auf die Verringerung der Einkommensarmut durch Geldtransfers gelegt worden ist. Im vorliegenden Beitrag wird gezeigt, dass wenige zuverlässige Beweise vorliegen, aus denen sich ableiten ließe, dass die Bereitstellung von Rentenleistungen für ältere Menschen deren Gesundheitszustand verbessert, und dass dieses Ergebnis daher von den Entscheidungsträgern nicht als gesichert vorausgesetzt werden sollte. Wir befassen uns anschließend damit, wie die Einbeziehung älterer Menschen in Krankenversicherungssysteme deren Gesundheit beeinflusst und gehen konkret auf die Ergebnisse bei Bluthochdruck ein. Unter Bezugnahme auf die erst seit kurzem verfügbaren Daten von der Weltgesundheitsorganisation für Ghana, Mexiko und Südafrika wird gezeigt, dass sich ältere Menschen, die über eine Krankenversicherung verfügen, Gesundheitsproblemen wie Bluthochdruck mit geringfügig grösserer Wahrscheinlichkeit bewusst sind, und dass sie diese höchstwahrscheinlich unter Kontrolle haben. Dessen ungeachtet wird die überwiegende Mehrheit älterer Menschen mit Bluthochdruck — ob versichert oder nicht versichert — nicht wirksam behandelt. Es zeigt sich, dass die hauptsächlichen Hindernisse zur Behandlung vorallem mit dem Bewusstsein und Leistungsangebot zu tun haben und weniger mit den Finanzen. Folglich hängt die Fähigkeit von Renten‐ oder Krankenversicherungen, zu besseren Gesundheitsergebnissen älterer Menschen in solchen Ländern wie auch in ländlichen Gebieten beizutragen, stark von der Gesundheitserziehung, von medizinischen Untersuchungen und einem geeigneten Leistungsangebot ab. Diese Interventionen sollten als ein integraler Bestandteil von Standard‐Sozialschutzstrategien betrachtet werden und nicht in Ergänzung zu diesen. In der Praxis werden jedoch Sozialschutz und Gesundheitsförderung weiterhin als fast vollständig separate Bereiche behandelt, und müssen daher als substanzielle institutionelle Hindernisse zur Entwicklung kombinierter Interventionen angesehen werden.

Themen:
Gesundheit
Alter - Renten
Stichworte:
Altersrisiko
Krankheitsrisiko und Gesundheitsförderung
Gesundheitszustand
Präventivmedizin
Beziehungen zwischen verschiedenen Sozialversicherungszweigen
Sozialschutz
Regionen:
Entwicklungsländer

Das Gesundheitssystem der V. R. China: Zwischen Privatisierung und öffentlicher Gesundheitsversorgung

Autoren:
Dongmei Liu
Barbara Darimont

Nummer:
Band 66 (2013), Nummer 1

Link zum vollständigen Artikel:
https://doi.org/10.1111/issr.12004

In der chinesischen Gesundheitspolitik wurden in den letzten Jahren zahlreiche Reformen durchgeführt, die häufig neue Probleme verursachten, so dass ein erneuter Reformbedarf entstand. Bei den Reformen wird versucht, einen Mittelweg zwischen öffentlicher Gesundheitsversorgung und kommerzieller Privatversicherung zu finden. Damit folgt China den Ländern, die zunächst eine stärkere Privatisierung in den 1990er‐Jahren und zu Beginn des 21. Jahrhunderts durchführten und nun zu einer öffentlichen Gesundheitsversorgung tendieren. Allerdings verursachen die ständigen Reformen und Projekte eine Intransparenz des Gesundheitssystems, die kein konsistentes Bild entstehen lässt und zu Vertrauensverlusten in der Bevölkerung führt. Wie die Entwicklung in China weitergeht, ist nur zu erahnen. Es könnte sich aber ein Kompromiss zwischen steuerfinanzierter Gesundheitsversorgung und Sozialversicherung herauskristallisieren, der auch für andere Länder zukunftsweisend wäre.

Themen:
Gesundheit
Sozialpolitik und -programme
Stichworte:
Krankenversicherung
Zugang zu Gesundheitsversorgung
Qualität der Gesundheitsversorgung
Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen
Länder:
China

Wie fair sind Arbeitslosenleistungen? Erfahrungen aus Ostasien

Autoren:
Gyu-Jin Hwang

Nummer:
Band 72 (2019), Nummer 2

Link zum vollständigen Artikel:
https://doi.org/10.1111/issr.12202

Arbeitslosenleistungen sind trotz des vermehrten Einsatzes aktiver Arbeitsmarktmaßnahmen nach wie vor ein wichtiger Bestandteil des Arbeitnehmerschutzes. In diesem Artikel werden vier ostasiatische Volkswirtschaften untersucht – China, Japan, die Republik Korea und Taiwan (Republik China) –, die oft als Wohlfahrtsstaaten mit einer starken Entwicklungs- und Produktivitätsorientierung bezeichnet werden. Es geht um die Frage, ob Arbeitslosenleistungen – wie dies manchmal behauptet wird – restriktiv und ausschließend wirken. Dazu wurde die Logik hinter den Arbeitslosenleistungen untersucht und es wurde befunden, dass sie in der Tat progressiv gestaltet sind und, solange sie tragfähig sind, gerecht ausfallen. Die Umverteilungs- und Kompensationswirkung kann jedoch durch eine geringe Deckung und geringe Leistungssätze geschmälert werden.

Themen:
Beschäftigung
Stichworte:
Arbeitslosenleistungen
Regionen:
Ostasien
Länder:
China
Japan
Korea, Republik
Taiwan, China

Der auf Rechten basierende Ansatz für Pflegemaßnahmen: Erfahrungen aus Lateinamerika

Autoren:
Valeria Esquivel

Nummer:
Band 70 (2017), Nummer 4

Link zum vollständigen Artikel:
https://doi.org/10.1111/issr.12154

Pflegemaßnahmen stehen in Lateinamerika weit oben auf der ordnungspolitischen Agenda. Dies lässt sich zum Teil durch die strukturellen Bedingungen der Region erklären, die typisch für Länder mit mittleren Einkommen sind, wie die steigende Lebenserwartung und die relativ hohe Erwerbsbeteiligung von Frauen, aber auch die Politisierung von Pflege, die daher rührt, dass die ungleiche Verteilung von Pflegeleistungen ein wichtiger Faktor für Ungleichheit zwischen Geschlechtern und bei Einkommen ist. Frauenbewegungen haben Pflegemaßnahmen oben auf ihre eigenen Agenden gesetzt und die Staaten haben unterschiedliche Fortschritte bei der Umsetzung von Pflegemaßnahmen erzielt, die durch eine starke Agenda für Geschlechtergleichheit unterstützt werden, welche sich wiederum im Rahmen eines auf Rechten basierenden Sozialschutzansatzes situiert. Der vorliegende Artikel stellt die Pflegesysteme von Uruguay und Costa Rica als Beispiele lateinamerikanischer Ansätze von auf Rechten basierenden Pflegemaßnahmen vor. Er erklärt kurz ihre politische und institutionelle Entwicklung und legt die wichtigsten Merkmale ihres Rechtsrahmens dar. Er befasst sich insbesondere mit den Akteuren, die sich mobilisiert haben, um sie zu unterstützen und letztendlich zu gestalten. Er identifiziert auch die Dimensionen, die von anderen Ländern hervorgehoben werden, welche diese Beispiele gerade replizieren und anpassen, um ihre eigenen Pflegesysteme mit einem auf Rechten basierenden Ansatz für Pflegemaßnahmen aufzubauen. Der Artikel schließt mit einem Fokus auf Herausforderungen bei der Umsetzung.

Themen:
Gesundheit
Sozialpolitik und -programme
Stichworte:
Pflegearbeit
Pflegepersonal
Sozialpolitik
Geschlecht
Regionen:
Lateinamerika
Länder:
Costa Rica
Uruguay

Politische Grundlagen der rechtsbasierten transformativen Sozialpolitik in Ländern Süd- und Südostasiens

Autoren:
Gabriele Koehler

Nummer:
Band 70 (2017), Nummer 4

Link zum vollständigen Artikel:
https://doi.org/10.1111/issr.12155

Der zentrale normative Grundsatz von transformativer Sozialpolitik ist die Basierung auf Rechten. Dies bedeutet, dass sie universell sein soll, als Recht, das kategorisch allen Personen in einer bestimmten Lage oder allen Bürgern gewährt wird oder in ihrer radikalsten Form für alle Einwohner unabhängig von der Staatsangehörigkeit gelten soll. Um transformativ zu sein, muss die Sozialpolitik auch die grundlegenden Ursachen der Ungleichheit und sozialen Ungerechtigkeit angehen. In den jüngsten Jahren waren in einer Reihe von Ländern in Südostasien und Südasien Ansätze zu beobachten, die in die Richtung universeller, auf Rechten basierender Sozialpolitik deuteten. Sie weisen darauf hin, dass eine „soziale Wende“ stattgefunden hat – eine Verlagerung von Ideen und der Politik, die nun sozialen Fragen Vorrang geben. In den untersuchten Fällen (Indien, Myanmar, Nepal, Pakistan und Thailand) wurden die Trends zu einem universellen, auf Rechten basierenden Ansatz sozialer Dienstleistungen und sozialer Transfers in jedem Fall von der Politik getragen und waren das Ergebnis von Veränderungen der Regierung – die sozialen Wenden waren das Ergebnis von Protesten. Heute erfahren diese Länder politische Rückschläge, ihre demokratischen Prozesse und die Zivilgesellschaft leiden unter schweren Angriffen. Der vorliegende Artikel will zwei Punkte klarstellen. Erstens kommen ein auf Rechte basierender transformativer Ansatz und eine soziale Wende nicht automatisch: Sie sind stets Ergebnis von Protesten, entweder von Wählern oder ihren Interessengruppen, oder des Wettbewerbs zwischen politischen Parteien. Zweitens können erworbene Rechte und Fortschritte in Richtung transformativer Sozialpolitik wieder rückgängig gemacht werden. Im aktuellen globalen Umfeld muss die transformative und auf Rechten basierende Sozialpolitik verteidigt werden und für sie gekämpft werden.

Themen:
Sozialpolitik und -programme
Stichworte:
Sozialpolitik
sozialer Wandel
politischer Aspekt
rechtlicher Aspekt
Regionen:
Südasien
Südostasien
Länder:
Indien
Myanmar
Pakistan
Thailand

Kann Vertrauen die Bereitschaft erhöhen, höhere Steuern zu zahlen, um den Armen zu helfen?

Autoren:
Alena Auchynnikava
Alex Cheung
Nazim Habibov

Nummer:
Band 70 (2017), Nummer 3

Link zum vollständigen Artikel:
https://doi.org/10.1111/issr.12141

Der Artikel stellt die Frage, welche kausale Wirkung Vertrauen auf die Bereitschaft hat, höhere Steuern zu zahlen, um Bedürftigen zu helfen, und untersucht hierfür 29 Länder aus Ost- und Südeuropa, der ehemaligen Sowjetunion und die Mongolei. Es wird die Hypothese aufgestellt, dass persönliches Vertrauen zu einer größeren Bereitschaft führt, Steuern zu entrichten, um den Bedürftigen zu helfen, da (i) Vertrauen die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass man Fremden hilft; (ii) Vertrauen bei der Bewältigung gemeinsamer gesellschaftlicher Probleme Solidarität und Zusammenarbeit fördert; und (iii) Vertrauen das Misstrauen gegenüber dem wahrgenommenen Missbrauch umverteilter Gelder senkt. Die drei wichtigsten Ergebnisse lauten: Je mehr die Menschen einander vertrauen, desto eher sind sie bereit, den Sozialstaat zu unterstützen; eine Wirkung von Vertrauen auf die Unterstützung des Sozialstaats findet sich auch in Umgebungen mit geringerem Vertrauen und vergleichsweise unterentwickelten Umverteilungssystemen; und höheres individuelles Vertrauen fördert die Steuermoral und trägt zur Abschreckung gegen Steuerhinterziehung bei.

Stichworte:
Sozialkapital
Planung der sozialen Sicherheit
Sozialstaat
soziale Solidarität
öffentliche Meinung
Regionen:
Gemeinschaft Unabhängiger Staaten
Europa
Osteuropa
Länder:
Mongolei