BRICS

ISSR articles

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The International Social Security Review is the leading international journal on social security, and ISSA members have free online access. Below is a selection of articles relevant to the BRICS countries.

 

Lektionen aus China über verschiedene Ansätze zur Ausweitung der Rentendeckung

Autoren:
Litao Zhao
Xiaobin He

Nummer:
Band 74 (2021), Nummer 1

Das Erreichen einer universellen Rentendeckung ist für viele aufstrebende Volkswirtschaften sowohl ein großes Ziel als auch eine Herausforderung. Herkömmliche beitragsabhängige Systeme sind oft weniger wirksam, wenn es darum geht, die Rentenversicherungsdeckung auf Arbeitnehmer auszuweiten, die nicht in formellen Wirtschaftssektoren tätig sind. Beitrags-unabhängige Systeme haben in den vergangenen Jahren als Alternative an Beliebtheit gewonnen. Die Rentenreformen in China widerspiegeln diesen globalen Trend. Auf die Einführung eines beitragsabhängigen Rentensystems für städtische Angestellte („Angestelltenrente“) folgte ein System für Land- und Stadtbewohner („Residenzrente“), das zum Teil vom Staat und zum Teil durch Beiträge finanziert wird, wobei es viele Optionen für die Prämienentrichtung gibt. Die vorliegende Studie beruht auf national repräsentativen Umfragedaten aus dem Jahr 2016 und vergleicht die Reichweite der beiden Systeme. Sie kommt zum Schluss, dass der Zugang zum System der Residenzrente ausgeglichener ist als derjenige zum System der Angestelltenrente. Bei Arbeitnehmern mit geringerem Bildungsniveau, Beschäftigungsstatus, Einkommen und geringerem Migrationsstatus im Hukou-System der offiziellen Wohnsitzkontrolle ist im Vergleich zu Arbeitnehmern mit höherem Status die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie Mitglied des Residenz-Rentensystems sind als des Angestellten-Rentensystems. Die Erfahrungen in China zeigen, dass eine umsetzbare Lösung für die Ausweitung der Rentendeckung in Ländern mit geringen und mittleren Einkommen darin besteht, dass das System flexibel, bezahlbar und auf die verschiedenen Bedürfnisse der Bevölkerung anpassbar gestaltet wird.

Themen:
Alter - Renten
Deckungsausweitung
Stichworte:
Altersruhegeld
Systeme der sozialen Sicherheit
Rentensysteme
Deckung
Länder:
China

Entwicklung eines mehrsäuligen Rentensystems in China

Autoren:
Tianhong Chen
John A. Turner

Nummer:
Band 74 (2021), Nummer 1

China hat im Zeitraum 2014-2020 eine Reihe umfangreicher Veränderungen seines Rentensystems vorgenommen und ist derzeit dabei, ein mehrsäuliges Altersrentensystem einzurichten, das aus staatlichen Programmen, freiwilligen Betriebsprogrammen und freiwilligen privatwirtschaftlichen Programmen besteht. Die politischen Ziele lauten: Verringerung der Fragmentierung des Rentensystems, angemessene Reaktion auf die Bevölkerungsalterung und Verteilung der Risiken auf Regierung, Unternehmen und Einzelne. Dieser Artikel zeigt, dass China zwar über ein komplexes System für Arbeitnehmer in Städten verfügt, aber die Deckung durch das mehrsäulige System, dessen zweite und dritte Säule sich derzeit in einer frühen Entwicklungsphase befinden, relativ ungleich verteilt ist.

Themen:
Alter - Renten
Stichworte:
Systeme der sozialen Sicherheit
Rentensystem
Altersruhegeld
Länder:
China

Ausweitung der Sozialversicherungsdeckung auf Beschäftigte des informellen Sektors in China: Eine administrative und institutionelle Perspektive

Autoren:
Jiwei Qian
Zhuoyi Wen

Nummer:
Band 74 (2021), Nummer 1

Dieser Artikel beleuchtet einige administrative Aspekte des dezentralisierten Sozialschutzes in China. Insbesondere geht es um die Frage, welches die Haupthindernisse für eine Ausweitung der Sozialversicherungsdeckung auf Beschäftigte des informellen Sektors sind. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat China bemerkenswerte Fortschritte auf dem Weg zu einem universellen Sozialschutz erzielt, da dieser zu einer Priorität der nationalen Politik erklärt wurde. Die Aufnahme informell Beschäftigter in eine Sozialversicherungsdeckung hinkt dem Erreichen dieses Ziels allerdings noch deutlich hinterher. In diesem Artikel wird die Anwendung der Definition von Informalität der Internationalen Arbeitsorganisation auf den chinesischen Kontext geprüft, und es wird ein Überblick über die bestehenden Renten- und Krankenversicherungen in China gegeben. Anschließend werden die Auswirkungen der Haushaltsbeziehungen der Volksrepublik zwischen den einzelnen Regierungen und der dezentralisierte Sozialschutz im mehrschichtigen chinesischen Regierungssystem diskutiert. Der Artikel weist darauf hin, dass es in einem System dezentral verwalteter Sozialversicherungen viele informell Beschäftigte gibt, die aufgrund der niedrigen Leistungen und der hohen Erfüllungskosten aus dem System austreten. Dies führt zu einer lückenhaften Sozialversicherungsdeckung bei Beschäftigten des informellen Sektors.

Themen:
Deckungsausweitung
Stichworte:
Sozialversicherung
informelle Arbeitnehmer
informelle Beschäftigung
Deckung
Länder:
China

China: Auf dem Weg zur Einführung einer Pflege-/ Langzeitpflegeversicherung

Autoren:
Jean-Victor Gruat
Shi Chuan

Nummer:
Band 74 (2021), Nummer 1

Das chinesische System der sozialen Sicherheit ist Gegenstand zahlreicher Publikationen, die die politischen Entwicklungen Chinas für Wissenschaftler und Verwaltungsfachleute auf der ganzen Welt leichter zugänglich gemacht haben. Dennoch haben die Schritte, die zur Bewältigung des steigenden Maßnahmenbedarfs der Behörden zugunsten pflegebedürftiger Personen eingeleitet wurden, in der internationalen Fachliteratur bisher nur wenig Beachtung gefunden. Ziel dieses Artikels ist es, die Pilotversuche, die seit Beginn des 13. Fünfjahresplans (2016-2020) unternommen wurden, hinsichtlich ihrer politischen Ziele, ihrer Arbeitsansätze und ihrer Finanzierungs¬modalitäten zu untersuchen.

Themen:
Langzeitpflege
Stichworte:
Langzeitpflege
Planung der sozialen Sicherheit
Länder:
China

Antwort von Chinas sozialer Sicherheit auf COVID-19: Umfangreiche Lehren für den Beitrag der sozialen Sicherheit zum sozialen Zusammenhalt und zu einer integrativen Wirtschaftsentwicklung

Autoren:
Xiaoyan Qian

Nummer:
Band 73 (2020), Nummer 3 (Sonderausgabe)

Nach der Ausbreitung von COVID-19 ergriff China eine ganze Reihe von Maßnahmen der sozialen Sicherheit, um die von der Pandemie verursachten sozialen und wirtschaftlichen Folgen abzufedern. Dazu zählen die Verringerung, die Aussetzung und der Aufschub von durch die Arbeitgeber geschuldeten Sozialversicherungsbeiträgen und die Ausweitung der Deckung auf der Arbeitnehmerseite sowie die Bereitstellung von besser zugänglichen E-Services durch die Sozialversicherungsstellen. Laut dem Artikel legt eine vorläufige Bewertung all dieser Maßnahmen nahe, dass sie bei der Unterstützung des sozialen Zusammenhalts und der Stabilisierung der Wirtschaft eine Schlüsselrolle gespielt haben. Im Artikel werden in China getroffene Maßnahmen kritisch mit jenen anderer Länder verglichen und es wird aufgezeigt, wie China von internationaler Praxis und Erfahrung lernen könnte. Schließlich stellt der Artikel gestützt auf die jüngsten chinesischen Erfahrungen Möglichkeiten vor, wie Chinas System der sozialen Sicherheit längerfristig zur Umsetzung des sozialen Zusammenhalts und der integrativen Wirtschaftsentwicklung beitragen könnte. Wie in Chinas Sozialversicherungsgesetz von 2010 dargelegt, sollte das Sozialversicherungssystem nicht nur eine faire Teilung der Entwicklungsvorteile erlauben, sondern auch soziale Harmonie und Stabilität fördern.

Themen:
Sozialpolitik und -programme
Erschütterungen und Extremereignisse
Stichworte:
Verwaltung der sozialen Sicherheit
soziale Entwicklung
wirtschaftliche Entwicklung
sozialer Zusammenhalt
Prävention
Länder:
China

Macht ein nicht beitragsfinanziertes Sozialrentensystem für das ländliche China Sinn?

Autoren:
Ce Shen
Jessica Johnson
Zhenhe Chi
John B. Williamson

Nummer:
Band 73 (2020), Nummer 2

Chinas Rentenreform hat es in den letzten drei Jahrzehnten ermöglicht, die Mehrheit der Bevölkerung Rentensystemen zu unterstellen. Besonders bemerkenswert ist das Neue ländliche Rentensystem (New Rural Pension Scheme, NRPS), ein freiwilliges Programm, das seit 2009 besteht. Ein Ziel unserer Analyse ist es, dieses Rentensystem gestützt auf eine Vielfalt von Informationsquellen, darunter Daten aus jüngsten (2013 und 2015) landesweiten Langzeiterhebungen über Gesundheit und Renten in China (China Health and Retirement Longitudinal Surveys, CHARLS), zu beurteilen. Unsere Analyse untersucht die Unterschiede bei Großzügigkeit und Struktur zwischen dem NRPS und anderen heute bestehenden Rentensystemen. Wir prüfen auch die Reformierbarkeit der aktuellen „Quasi-Sozialrenten“-Komponente des NRPS durch deren Ersatz durch eine universelle nicht beitragsfinanzierte Sozialrentensäule. In Verbindung mit unserer Beurteilung des NRPS stellen wir fest, dass die Rentenniveaus im ländlichen China ungewöhnlich niedrig sind.

Themen:
Alter - Renten
Stichworte:
Altersruhegeld
allgemeines Sozialleistungssystem
Finanzierung der sozialen Sicherheit
ländliche Wirtschaft
Länder:
China

Sozialrenten und politisches Lernen am Fallbeispiel des südlichen Afrikas

Autoren:
Bernard H. Casey
Roddy McKinnon

Nummer:
Band 62 (2009), Nummer 4

Im letzten Jahrzehnt und insbesondere seit der Veröffentlichung der Jahrtausend‐Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Millennium Development Goals), stoßen die Sozialrenten auf das Interesse der an der Wohlfahrt älterer Menschen Interessierten in großen Teilen der Welt, in denen formale, beitragsgestützte Altersrentensysteme nur eine Bevölkerungsminderheit abdecken. Die internationalen Organisationen richten ihr Augenmerk auf diese Systeme, und einige davon weisen ihnen eine wichtige Rolle zu. Allerdings sind Informationen über ihre Beschaffenheit und Funktionsweise sowie ihre Effizienz bezüglich ihrer Zielsetzungen immer noch beschränkt. Es fand hier nicht nur in den internationalen Organisationen ein Lernprozess statt, sondern auch in der Region, in der sie eine besondere Stellung einnehmen — im südlichen Afrika. Dieser Lernprozess sollte gefördert werden und die Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit sollte hier eine Rolle spielen.

Themen:
Alter - Renten
Sozialpolitik und -programme
Stichworte:
Reform der sozialen Sicherheit
Finanzierung der sozialen Sicherheit
Verwaltung der sozialen Sicherheit
Armut

Die Russische Föderation im Zeichen der demografischen Krise: Alterung und Maßnahmen zur sozialen Sicherheit

Autoren:
Nicholas Eberstadt
Hans Groth

Nummer:
Band 63 (2010), Nummer 3-4

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der demografischen Krise in der Russischen Föderation und ihren Auswirkungen auf die Kapazitäten der russischen Regierung (bzw. der russischen Bevölkerung und deren Eigenanstrengungen in dieser Beziehung), ausreichende Mittel für eine angemessene wirtschaftliche Absicherung im Alter bereitzustellen. Obwohl die Gesamtstruktur der russischen Bevölkerung heute und in den kommenden Jahrzehnten jener anderer relativ weit entwickelter Gesellschaften entspricht, sind die Probleme der Versorgung einer alternden Bevölkerung in Russland erheblich schärfer, als dies in den Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) typischerweise der Fall ist. Ein Faktor, der diese Probleme erheblich vergrößert, ist der Umstand, dass Russen im erwerbsfähigen Alter heute einen deutlich schlechteren Gesundheitszustand und höhere Mortalitätsraten aufweisen als die Einwohner von Ländern mit einem ähnlichen — und sogar solchen mit einem erheblich niedrigeren — Einkommensniveau. Obwohl unsere Ausführungen sich auf die Renten konzentrieren, werden die gleichen Faktoren, die eine angemessene Rentenversorgung erschweren, auch andere Zweige des Sozialschutzes beeinträchtigen. Eine erfolgreiche Politik im Bereich der sozialen Sicherheit in Russland hängt daher nicht allein von den Sozialsystemen ab: Sie erfordert eine Senkung der Mortalitätsraten bei Menschen im arbeitsfähigen Alter, eine Revitalisierung des höheren Erziehungssystems sowie grundlegende Reformen der Institutionen des Landes und der Wirtschaftspolitik.

Themen:
Alter - Renten
Demografischer Wandel
Sozialpolitik und -programme
Stichworte:
demografischer Aspekt
Altersrisiko
Gesundheitszustand
Sozialpolitik
Länder:
Russische Föderation

Wirtschaftliche Sicherheitsvorkehrungen im Kontext der alternden Bevölkerung in Indien

Autoren:
David E. Bloom
Ajay Mahal
Larry Rosenberg
Jaypee Sevilla

Nummer:
Band 63 (2010), Nummer 3-4

Die rasche Alterung von Indiens Bevölkerung in Verbindung mit der Abwanderung aus ländlichen Gebieten und der anhaltenden Konzentration der Erwerbsbevölkerung im informellen Sektor hat die Notwendigkeit besserer Vorkehrungen zur wirtschaftlichen Absicherung älterer Menschen unterstrichen. Traditionelle Familienbindungen, die bisher wesentlich waren für die Gewährleistung eines Minimums an Sicherheit, beginnen sich aufzulösen, und die höhere Lebenserwartung verteuert die Betreuung der Alten. Daher sind ältere Menschen einem höheren Risiko der Armut oder Verarmung ausgesetzt. Parallel zu ihren Bemühungen in diesem Bereich haben die Regierung von Indien und einige indische Bundesstaaten eine Reihe von Programmen gestartet, die der großen Mehrheit der Inder, die sonst keinen ausreichenden Zugang hätten, einen gewissen Zutritt zur Gesundheitsversorgung oder Krankenversicherung gewährleisten sollen. Arbeitnehmer im formellen Sektor haben mehr soziale Sicherheit als Personen im informellen Sektor, aber sie machen nur einen kleinen Anteil der Gesamtarbeitnehmerschaft aus. Frauen sind wirtschaftlich ganz besonders starker Unsicherheit ausgesetzt. Indiens Erfahrung bietet Interessantes für andere Länder. Obwohl es im Bereich der sozialen Sicherheit Raum für Privatinitiativen gibt, ist klar, dass die meisten dieser Bemühungen über Steuern finanziert werden müssen. Die Rolle, die private Anbieter spielen können, ist erheblich, selbst wenn ein Großteil der Finanzierung aus staatlichen Quellen kommt; die damit einhergehenden Herausforderungen werden gar noch steigen, da mehr Personen Leistungen in Anspruch nehmen wollen. Indien hat auch gezeigt, dass die Umsetzung gut mit Mitteln von der Zentralregierung auf einzelstaatlicher Ebene erfolgen kann; mit einer Reihe von Vor‐ und Nachteilen, die eine solche Dezentralisierung mit sich bringt. Schließlich kann Indiens Erfahrung, was die Umsetzung angeht, Orientierung in Fragen wie Erfassung der Zielgruppen, Einsatz von Informationstechnologie in Systemen der sozialen Sicherheit und Verwaltung von Humanressourcen bieten.

Themen:
Alter - Renten
Deckungsausweitung
Stichworte:
Altersrisiko
Altersruhegeld
medizinische Versorgung
Verwaltung der sozialen Sicherheit
demografischer Aspekt
Länder:
Indien

Mikrorenten in Indien: Themen und Herausforderungen

Autoren:
Savita Shankar
Mukul G. Asher

Nummer:
Band 64 (2011), Nummer 2


Dieser Artikel will eine Lücke in der Literatur zur sozialen Sicherheit in Indien schließen, indem er die Rolle von Mikrorenten untersucht. Die Analyse legt die Schlussfolgerung nahe, dass Mikrorentenprodukte — mit den Mikrofinanzinstitutionen (MFI) als wichtigste, aber nicht alleinige Träger — aufgrund der Heterogenität der Zielgruppe freiwillig sowie übertragbar sein sollten und dass sie Experimente zulassen, was ihre Gestaltung und die Leistungserbringung betrifft. Dementsprechend werden dezentralisierte Mikrorentensysteme auf der Grundlage eines geeigneten Regulierungsrahmens und entsprechend den Regeln für gute Verwaltungsführung als für den indischen Kontext geeigneter eingestuft als zentralisierte Systeme mit begrenzter Flexibilität. Der Artikel erörtert zwei Fallstudien von kürzlich eingerichteten Mikrorentensystemen in Indien und weist damit die Notwendigkeit gründlicher analytischer Forschung zum Mikrorentensektor nach, insbesondere in Bezug auf Auszahlungsoptionen und innovative Leistungserbringungsmechanismen. Wie die Schlussfolgerungen am Ende des Artikels zeigen, verfügen Mikrorenten über das Potenzial, eine der nützlichsten Komponenten des indischen Mehrsäulensystems der sozialen Sicherheit zu sein und dass sie daher gefördert werden sollten.

Themen:
Alter - Renten
Deckungsausweitung
Stichworte:
Rentensystem
Finanzierungsmethode
Beitragseinzug
Zahlung von Sozialleistungen
Länder:
Indien