Fachausschuss für Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung

Leistungen und Dienstleistungen für Menschen im Rentenalter und Hinterbliebene – Zwischenberichte

Fachausschuss für Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung

Leistungen und Dienstleistungen für Menschen im Rentenalter und Hinterbliebene – Zwischenberichte

Der Fachausschuss für Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung arbeitet laut Arbeitsplan 2020-2023 an folgenden Themen: Zusammenhang zwischen Lebenserwartung und Rentenalter, Folgen von Migration auf die Rentensysteme der sozialen Sicherheit, Resilienz von Rentendienstleistungen in Pandemiezeiten und Langzeitpflege aus Sicht der Rentensysteme.

Zu diesen Themen wurden zwei Zwischenberichte verfasst und auf dem 15. IVSS-Forum der Fachausschüsse 2021 vorgestellt:

How to design survivor benefits in the 21st Century? (Wie sollen Hinterbliebenenleistungen im 21. Jahrhundert gestaltet werden?)

Von der Deutschen Rentenversicherung Bund und der österreichischen Pensionsversicherungsanstalt

Durch die Einführung von Hinterbliebenenleistungen sollte vor allem die finanzielle Situation von Witwen in einer Zeit verbessert werden, in der das männliche Hauptverdiener-Modell vorherrschend war. Die Gesellschaft hat sich jedoch verändert und die Situation hat sich für Frauen in vielen Ländern verbessert.

Das allgemeine Ziel dieses internationalen Projekts bestand darin, zu bestimmen, wie sich diese Änderungen auf Hinterbliebenenleistungssysteme ausgewirkt haben. Dabei wurde insbesondere untersucht, ob die aktuellen nationalen Systeme weiterhin den Bedürfnissen der gedeckten Bevölkerung genügen. Man verglich deshalb zentrale Indikatoren für die nationale Ausgestaltung von Hinterbliebenenleistungssystemen und die sozioökonomische Entwicklung aus mehr als 40 Ländern. Außerdem untersuchte man die arbeitsmarkt- und einkommensbezogene Wirkung aktueller Hinterbliebenenleistungssysteme in ausgewählten Ländern. Um die laufende Debatte zur Reform von Hinterbliebenenleistungen auf der ganzen Welt abzubilden, wurde den IVSS-Mitgliedern ein Fragebogen verteilt. Auf der Grundlage der Antworten wurden Empfehlungen und Beispiele internationaler guter Praxis für IVSS-Mitglieder bestimmt.

La dématérialisation des services publics: Enquête sur l’impact des difficultés d’accès aux services numériques (Die Folgen der Digitalisierung für digital nicht affine Menschen: Der Fall älterer Menschen)

Von der französischen Landesrentenkasse (Caisse nationale d’assurance vieillesse – CNAV)

Die Forschungsabteilung der Landesrentenkasse hat eine Studie zu den Schwierigkeiten von Nutzerinnen und Nutzern beim Zugang zu digitalen Dienstleistungen durchgeführt. Der methodische Ansatz bestand darin, sich auf ältere Menschen – also Menschen im oder kurz vor dem Ruhestand – zu konzentrieren, von denen ein großer Teil nicht in der Lage ist, sich für administrative Vorgänge des Internets zu bedienen. Die Forscher führten 70 Interviews mit drei unterschiedlichen Gruppen durch: Nutzerinnen und Nutzer öffentlicher Dienstleistungen, institutionelle Akteure und soziale Mittlerorganisationen. Die Studie macht deutlich, dass es einen bisher unbekannten Bedarf nach Hilfe und Unterstützung für digitale Eigenständigkeit gibt. Eine „graue Zone“ wurde sichtbar, in der sich Nutzerinnen und Nutzer finden, denen die Nutzung elektronischer Verwaltungsdienstleistungen Mühe bereitet. Diese Gruppe ist umso schwieriger zu bestimmen und mit Unterstützung zu versorgen, da diese Personen noch nie finanzielle oder soziale Schwierigkeiten bekundeten und ihnen oft gar nicht bewusst ist, dass es für sie Unterstützungssysteme gibt.

Die Gruppe, die Mitglieder aus allen sozialen Schichten und Altersgruppen umfasst, fällt meist durch die herkömmlichen Maschen des sozialen Dienstleistungsnetzes. Diese Menschen werden kaum durch Präventionsmaßnahmen erreicht, entweder, weil sie noch in der Lage sind, sich durch Verwandte helfen zu lassen, oder weil sie nicht an Orten verkehren, wo ihnen geholfen werden könnte. In der Studie werden Lösungen für diese Herausforderung vorgeschlagen, die für alle IVSS-Mitglieder interessant sein könnten.

Die Schlussberichte werden auf dem Weltforum für soziale Sicherheit 2022 in Marokko vorgestellt werden.